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Menschenrechtsaktivist*innen aus Ecuador zu Besuch

Im Rahmen einer Rundreise zur aktuellen Menschenrechtssituation in Ecuador durften wir auf Vermittlung von FIAN Deutschland im März 2026 zwei Gästinnen in Bienenwerder begrüßen: Ana María Hernández von FIAN Ecuador sowie Raquel Silva, Reisbäuerin und Aktivistin von Unión Tierra y Vida und dem Netzwerk ländlicher Frauen (Red de Mujeres Rurales).

Das Red de Mujeres Rurales ist ein landesweiter Zusammenschluss von indigenen, bäuerlichen und afro-ecuadorianischen Frauenorganisationen. Das Netzwerk setzt sich für Ernährungssouveränität, Agrarökologie, Land- und Wasserrechte sowie feministische Organisierung im ländlichen Raum ein.

Im Zentrum des Besuchs stand ein Austausch über Agrarökologie, Geschlechtergerechtigkeit und Ernährungssouveränität auf beiden Seiten des Atlantiks. Dabei wurden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede sichtbar – etwa in Bezug auf den Zugang zu Land, Produktionsbedingungen und politischen Rahmenbedingungen. Diskutiert wurden auch globale Verflechtungen, wie der Einsatz hochgefährlicher Pestizide in Ecuador, die in der EU teils verboten sind, sowie die damit verbundenen Doppelstandards in internationalen Agrar- und Handelsstrukturen.

Zugleich schilderten die Besucherinnen eindrücklich die aktuelle politische Situation: Ecuador befindet sich in einem autoritären Staatsumbau, in dem Menschenrechts- und Umweltverteidiger*innen zunehmend unter Druck geraten. Kriminalisierung, juristische Verfolgung, Einschüchterung und Gewalt gehören für viele von ihnen zum Alltag.

Besonders deutlich wurde dies am Beispiel von 33 Familien in Los Ángeles (Kanton Durán, Provinz Guayas an der Küste Ecuadors: Sie sind aktuell massiv von Zwangsräumung bedroht, um der Expansion eines Garnelenunternehmens Platz zu machen. Die industrielle Aquakultur breitet sich in Ecuador weiter aus – befördert auch durch internationale Nachfrage und das Freihandelsabkommen mit der EU – und geht häufig mit der Verletzung von Landrechten sowie erheblichen ökologischen Schäden einher.

Zum Abschluss entstand ein Foto in Solidarität mit den betroffenen Familien in Los Ángeles – mit der klaren Botschaft:
„Son personas campesinas, no son invasores. ¡No al desalojo!“ – Es sind Bäuer*innen und keine Invasor*innen. Nein zur Zwangsräumung!"